Besorgt über zu strikte Regeln für Hedgefonds und Banken, bat mich die Deutsche Bank (Daniel Bolder) zu einem Gespräch in Straßburg. Da mein Pariser Kollege Pascal Canfin für die Hedgefondsregulierung verantwortlich zeichnet, lud ich seinen Mitarbeiter Alexis ein mit ihm die Fachsimplerei zu bestreiten. Argumente wurden ausgetauscht, aber die Schwächen der regulierungskritischen Position der Deutschen Bank wurden sehr schnell deutlich. Meiner Einschätzung nach geht es der Deutschen Bank letzt endlich mehr um die Wahrung der der Eigeninteressen, und weniger um Finanzmarktstabilität.
Im Anschluss bat ich den Vertreter der Deutschen Bank, die mit 7000 Gesellschaften weltweit tätig ist, uns eine Aufschlüsselung über Gewinne und bezahlte Steuern Land für Land zu übermitteln. Wohl wissend, dass nicht wenige der 7000 Gesellschaften der Steuerminimierung dienen, bin ich gespannt, ob die Deutsche Bank meiner “common sense” Anfrage nachkommen wird …
Unabhängig davon werbe ich für die Reform der internationalen Bilanzierungsregeln, die eigentlich widerspiegeln sollten, wo ein Unternehmen real welche Gewinne macht und wo wie viel Steuern abgeführt werden (country-by-country reporting, http://www.taxjustice.net/cms/upload/pdf/Country-by-country_reporting_-_080322.pdf ). Eine Reformvorhaben, dass nur sehr stockend vorankommt. Ich bin gespannt was schneller zu haben ist: die Deutsche Bank, oder die Reform der Bilanzierungsregeln ….

[...] Vergangenen Mai bat ich einen Vertreter der Deutschen Bank (Daniel Bolder), in einem Gespräch, uns eine Aufschlüsselung über Gewinne und bezahlte Steuern Land für Land zu übermitteln (s. damaliger Blogeintrag). [...]