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Investmentfonds-Event in London


Bei der kommenden Revision der OGAW-Richtlinie, werde ich Berichterstatter des Ausschusses für Wirtschaft und Währung im Europaparlament sein. Den Richtlinienvorschlag der Kommission erwarten wir im zweiten Quartal 2012.  Mit dieser Richtlinie, die hier vor allem unter ihrem englischen Namen UCITS-Directive bekannt ist, werden die als Investmentfonds unter Kleinanlegern weit verbreiteten Finanzprodukte reguliert. Das Anlagevolumen der als UCITS registrierten Fonds betrug im Jahr 2010 nach Angaben des Europäischen Dachverbandes der Fondsindustrie etwa 6 Billionen Euro. Wir haben dazu, wie diese Vermögen verwaltet werden sollen, worin sie angelegt werden sollen und wie die Anleger geschützt werden sollen, natürlich eigene Ideen. Ich bin deshalb mit meinem Mitarbeiter Johannes am 21.11.2011 nach London gefahren und habe mich mit den dortigen Akteuren der Branche getroffen. Es war gut, schon in diesem frühen Stadium mit den relevanten Leuten zu sprechen und abzuklopfen, wo Industrie, Aufseher und Verbraucherschützer Probleme oder Handlungsbedarf sehen.

Mit mir auf dem Panel saßen:

Gareth Shaw, Deputy Editor, Which?Money als Verbraucheschützer und

Julie Patterson, Director for International Regulation, the Investment Management Association für die Industrie.

Lindsay Rogerson, Chair of the European working group, the Financial Services Consumer Panel von der britischen Aufsichtsbehörde  saß leider wegen britischen Nebels auf einem schottischen Flughafen fest und musste absagen.

Interessant war, dass die Industrie selbst noch sehr mit sich ringt, eine einheitliche Position festzulegen, in einigen Punkten aber unsere Ansichten durchaus teilte. Unser Schattenberichterstatter der britischen Konservativen, die gemeinhin als industriefreundlich und europaskeptisch gelten, wunderte sich gewaltig, als Julie Patterson vehement nach stärkerer europäischer Harmonisierung verlangte.

Auch unsere Ideen dazu, UCITS als einfach zu verstehendes und sicheres Kleinanlegerprodukt zu sichern, wurden vorsichtig wohlwollend aufgenommen. Nicht mal bei den Vorschlägen, Teile dieses riesigen Anlagevermögens durch ein Label für “grüne” oder nachhaltige Fonds in eine gewünschte Richtung zu lenken, stieß bei der Industrie auf nennenswerten Widerstand.

Anzumerken bleibt, dass die britischen Verbraucherschützer erstaunlich zahm zur Sache gingen.

Wir freuen uns zumindest schon auf dieses spannende Projekt!

 

Mein Interview zu Indexfonds aus der Süddeutschen Zeitung gibt es hier.

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