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Orden statt Anklage! Meine Zeugenaussage im Prozess gegen LuxLeaks-Whistleblower Antoine Deltour – Einladung zur Verhandlung und anschließendem Pressegespräch


Sehr geehrte Damen,

Sehr geehrte Herren

Antoine Deltour, Steuerexperte und ehemaliger Mitarbeiter der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers (PwC), ist der Whistleblower, dem wir die Aufdeckung des LuxLeaks-Skandals verdanken. Mit den Luxemburg-Leaks deckte Deltour die europäischen und weltweiten Steuervermeidungspraktiken großer Unternehmen wie E.ON, Disney, Skype und vielen mehr auf.

Am kommenden Dienstag, den 26. April, beginnt seine Verhandlung unter Protesten der Zivilgesellschaft. Bis zum 4. Mai muss sich Antoine Deltour in einer öffentlichen Strafgerichtsverhandlung der luxemburgischen Justiz stellen. Ich bin als Zeuge der Verteidigung und wohl einziger internationaler Zeuge am kommenden Freitagvormittag vor das Luxemburger Gericht geladen. Bereits zum Auftakt der Verhandlung, am kommenden Dienstag, werde ich in Luxemburg sein.

Die Vorwürfe lauten: Diebstahl, Verwahrung eines durch Geldwäsche erhaltenen Gegenstandes, der Verletzung des Berufsgeheimnisses, der Verletzung des Geschäftsgeheimnisses und des betrügerischen Eindringens in Datenverarbeitungssysteme. Ihm drohen bis zu 5 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe.

Die Anklage seitens der luxemburgischen Justiz ist eine Farce. An Antoine Deltour wird ein Exempel statuiert, das abschreckend wirken soll auf zukünftige Whistleblower, die nicht eigene Interessen, sondern Interessen der Gesellschaft als Motiv haben. Mit der neuen EU-Geschäftsgeheimnis-Richtlinie sollen solche Whistleblower wie Antoine Deltour nun europaweit verfolgt werden. Aber: Nur durch Whistleblower wie ihn erhält die Öffentlichkeit Zugang zu Informationen, die schädliche Steuerpraktiken von Unternehmen und Tatenlosigkeit staatlicher Stellen aufdeckt. Wir Grünen fordern daher ein europäisches Gesetz zum Schutz von Whistleblowern und einen europäischen Fonds zu ihrer Unterstützung im Interesse des Gemeinwohls.

Gerne möchte ich Ihnen ein Gespräch anbieten zum Auftakt des Prozesses oder im Nachgang meiner Befragung am Freitag, 29. April 2016.


Für Rückfragen steht Ihnen mein Team in Brüssel unter 0032.228.45369 gerne zur Verfügung.

14 Kommentare: “Orden statt Anklage! Meine Zeugenaussage im Prozess gegen LuxLeaks-Whistleblower Antoine Deltour – Einladung zur Verhandlung und anschließendem Pressegespräch

  1. Wir brauchen dringend whistleblower, wer sonst kann uns wirklich informieren? In welcher verkehrten Welt leben wir eigentlich, wo ehrliche Menschen bestraft werden sollen und die korrupten und feigen belohnt?
    Vielen Dank Sven für Deine Informationen und Deine Aussage für die Wahrheit. Monika

  2. Es wird wieder Mittelalter ,Staatliche Vertuscher werden geschützt Recht schaffende Bürger werden an den Pranger gestellt oder mit Strafverfahren verfolgt .
    Der Banken , Wirtschaft und Industrieadel hat unser Rechtsystem voll im Griff mit Hilfe vieler Politiker und Regierungsbeamten .
    Es ist immer wider das gleiche System wie in den vergangenen Monarchien, bei den 1000 jährigen Reich und in der DDR .
    Einseitige Macht macht Skrupellos.

  3. Auch ich bin entsetzt über diese Ungeheuerlichkeit!!!
    Es kann nicht sein, dass Unternehmen „alles“ dürfen und auch noch vom Staat geschützt werden. Jeder Privatmann würde für solche Pranktiken zur Rechenschaft gezogen – das sollte unbedingt auch für Unternehmen gelten!!!

  4. Seit langen Jahren verhindert die Politik eine angemessene Besteuerung von Großunternehmen / Konzern und macht gemeinsame Sache mit den Steuerbetrügern. Der Prozess gegen den Whistleblower Antoine Deltour ist der offensichtliche Versuch, die Öffentlichkeit von solchen Informationen fernzuhalten.
    Wir brauchen klare Gesetze, die diese Steuertricks verhindern und keine Prozesse gegen Menschen, die die Öffentlichkeit informieren.
    Das ist Machtmissbrauch und keine Demokratie

  5. Leider gibt es immer weniger Menschen mit Rückgrat. Unterstützen wir den Mut derer die Ungerechtigkeiten aufdecken und nicht schweigen. Benennen wir die Dinge die nicht in Ordnung sind.
    Danke Sven

  6. „..Die beiden Whistleblower haben illegale Steuerpraktiken öffentlich gemacht und dürfen dafür nicht kriminalisiert werden…“
    ja, soweit, so gut!
    Aber (Zitat von Giegold):
    „Mit den Luxemburg-Leaks deckte Deltour die europäischen und weltweiten Steuervermeidungspraktiken großer Unternehmen wie E.ON, Disney, Skype und vielen mehr auf…“
    NEIN.
    das ist ein Abwälzen der Verantwortlichkeit.
    Ein schlimmer Fehler der POLITIK, die so etwas zulässt!
    So wie beim Dieselskandal, bei dem die Firmen -z.B. Audi, BMW,Mercedes- (ausser VW) bis heute behaupten können ihre Klasse 6 Fahrzeuge sind gesetzeskonform.
    So wie H. Junker 1989-1999 Finanzminister Luxemburgs.
    Sonst könnte man die Firmen „einfach“ verklagen. Steuerbehörde!
    Was ist aus den Luxleaks geworden, ausser Klagen an die Petzer???
    Resultate? Bitte!

  7. Whistleblower sind Helden, sie haben meine Hochachtung!!!
    Danke für diesen Mut und das Durchhaltevermögen.
    Es lässt mich hoffen, dass es Menschen in verantwortungsvollen Positionen mit dem
    Recht ernst nehmen. Nur so kann man Vertrauen schaffen. Der Freispruch muss für alle Whistleblower Gültigkeit haben!! Danke an die Mutigen!

  8. Mittlerweile ist Deutschland zu einer Bananenrepublik verkommen und reiht sich gut in die Europäische Lügenpolitik ein. Denn auch hier werden sogenannte „whistleblower“ = Aufklärer verteufelt und verdammt, wenn nicht gar verurteilt! Es ist eine Schande, daß nicht mehr Menschen noch Sinn für Ehrlichkeit aufbringen. Danke Herr Giegold für Ihre Aufdeckungen und Erklärungen.

  9. Es ist schon erschreckend, wie groß die Macht der Wirtschaft sein muss, dass die Justiz überhaupt diese Art von Anklage erhebt. Die Gewaltenteilung, wie sie in den Demokratien vorherrschen, wird durch das KAPITAL ausgehebelt.

    Die Medien sollten sich für die „Steueroasen“ (klingt positiv) einen Begriff einfallen lassen, der diesem Raub von öffentlichen Geldern Rechnung trägt.

    So eine Oase in der Wüste spendet dem Menschen das lebensnotwendige Wasser wohingegen der Ort des Abzapfens von Steuern mich eher an eine Raubritterburg aus dem Mittelalter erinnert.

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